Veranstaltungsarchiv

Im Keller mit Alexander Pschera

Vergessene Gesten
dvb

Eine Veranstaltung des Vereins ORLANDO – Kultur im Keller, gefördert durch die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7), die Bezirksvertretung Alsergrund und Wien Kultur

Alexander Pschera: Vergessene Gesten. dvb Verlag          Vergessene Gesten - Alexander Pschera

 

Das Leben konkretisiert sich in seinen Gesten. Sie sind Atem und Rhythmus der Existenz. Ein Reichtum von Gesten gibt ein volles Leben zu erkennen, umgekehrt ist ein gestenloses Leben stummer als stumm. Viele Gesten, Handbewegungen, Mimiken, Gewohnheiten und Aussprüche sind in den letzten 100 Jahren dem Vergessen anheim gefallen. Das liegt daran, dass unser Leben einförmiger, monotoner, gegenstandsloser geworden ist: Wer keinen Hut hat, kann ihn nicht lüpfen, wer keine Nelken mehr sein eigen nennt, kann sich keine ins Knopfloch stecken. Der renommierte Publizist und Germanist Alexander Pschera unternimmt es in seinem breit angelegten Essay, die schönsten Gesten des alten Europa vor dem Vergessen zu retten und zugleich deutlich zu machen, was noch alles mit ihnen verloren zu gehen droht.„Ein Freund von mir, Alexander Pschera, hat gerade ein Buch über all die schönen Dinge geschrieben, die er ‚Vergessene Gesten‘ nennt: Zeitungsartikel ausschneiden, Urlaubsfotos einkleben, Gedichte auswendig lernen, etwas im Lexikon nachschlagen, vor sich hin pfeifen, Ansichtskarten schreiben, jemandem die Tür aufhalten, im Bahnhofsrestaurant essen, sich bekreuzigen und vieles mehr.“ (Alexander von Schönburg, BILD am Sonntag, 26. August 2018)Alexander Pschera
Jg. 1964, studierte in Heidelberg Germanistik, Musikwissenschaft und Philosophie und promovierte über den Dichter Eduard Mörike und das „Zeitalter der Idylle“. Neben literaturwissenschaftlichen Arbeiten zu Léon Bloy und Ernst Jünger trat Pschera vor allem als Autor, Herausgeber und Publizist zu Themen der Medientheorie und Medienphilosophie sowie zur Phänomenologie und Kulturgeschichte des Internets hervor. Seine letzten Veröffentlichungen: „800 Millionen. Apologie der sozialen Medien“ (2011) „Vom Schweben. Romantik im Digitalen“ (2013), „Dataismus. Kritik der anonymen Moral“ (2013), „Das Internet der Tiere. Der neue Dialog zwischen Mensch und Natur“ (2014). Pschera schreibt außerdem regelmäßig für das Monatsmagazin Cicero, für Cicero.online und für Deutschlandradio Kultur.Diese Veranstaltung wird gefördert von der Bezirksvertretung Alsergrund und Wien.Kultur. 

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Im Keller mit Sylvia Treudl und Beatrix Kramlovsky

BLICK.DICHTE.
Gedichte und Zeichnungen
(Literaturedition Niederösterreich)

Cordula Bösze spielt Querflöte.

Eine Veranstaltung des Vereins ORLANDO – Kultur im Keller, gefördert durch die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7), die Bezirksvertretung Alsergrund und Wien Kultur

23. Oktober 2018, 19:00 – 22:00 Uhr

blickdicht-gross

Ort: ORLANDO Literatur- & Kulturkeller

Die Lyrikerin Sylvia Treudl hat aus den Skizzenbüchern und Grafiken Beatrix Kramlovskys ein Potpourri von Beobachtungen rund um die Welt ausgewählt und sich auf einen farbigen poetischen Diskurs eingelassen. Die Zeichnungen Kramlovskys, fast immer vor Ort entstanden, halten treffsicher mit Pinsel, Stift oder Feder, Tusche, Wasser, manchmal auch mit Kaffee und schlechtem Rotwein Stimmungen, Situationskomik, Tagesgeschehen, soziale Gegebenheiten fest; kulturelle Vielfalt inkludiert.

Sylvia Treudl ließ sich davon inspirieren, bezog persönliche Positionen, die oft eine weitere Interpretation nicht nur ermöglichen, sondern dazu aufrufen. Auf diese Weise wird jede Szene mit dem Strich und mit dem Wort interpretiert. In über hundert Gegenüberstellungen gelingt ein spannendes Kunstgespräch über die Kleine und Große Welt – und vor allem eine Menschendarstellung, die anrührt, aufdeckt, festhält.

Sylvia Treudl, geboren am 28.02.1959 in Krems (NÖ); Studium der Politikwissenschaft; 1984 Promotion; 1985-1997 ständige Mitarbeit im Wiener Frauenverlag; seit 1997 freie Autorin und Herausgeberin; Mitbegründerin und Mitbetreiberin des Unabhängigen Literaturhauses NÖ in Krems; Co-Herausgeberin und Lektorin der Edition ARAMO; lebt in Wien und im Weinviertel.

Preise und Auszeichnungen:
Förderungspreis für Literatur des Theodor-Körner-Stiftungsfonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst (1988, 1993); Staatsstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst für Literatur (1989); Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich für Literatur (1990); Buchprämie des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst (1990, 1992), Anerkennungspreis für Literatur der Ernst-Koref-Stiftung Linz (1991); Hans-Weigel-Literaturstipendium des Landes Niederösterreich (1991), Förderungspreis der Stadt Wien für Literatur (1993); Staatsstipendium für Literatur (2000/2001).

Auswahl an Publikationen:
„Zug und Zug“, Reisenotizen, Wien: Milena, 2002; „Schuhe. 30 texte voll Eleganz und Standhaftigkeit“, Wien: Edition Aramo, 2007; „manchmal alles – manchmal nichts. Erinnerungen an Norbert Silberbauer“ Hg., Literaturedition NÖ, 2010.

 

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Im Keller mit Alexander Nitzberg
Lesung aus und Gespräch über Michail Bulgakow: Die weiße Garde.
Roman (Galiani Berlin)

 
Eine Veranstaltung des Vereins ORLANDO – Kultur im Keller, gefördert durch die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7), die Bezirksvertretung Alsergrund und Wien Kultur
                                                                   14. Juni 2018, 19:00 – 22:00 Uhr
Nitzberg_Weiße_Garde
                                                        Ort: ORLANDO Literatur- & Kulturkeller
Kiew 1918, es ist Winter, das Ende des Ersten Weltkrieges ist nah. Doch für die Geschwister Turbin fängt der Krieg gerade erst an: Gnadenlos rollen zahlreiche verfeindete Truppen über die große Stadt hinweg und lassen dabei niemanden unbeschadet davonkommen.“Lebt hin … in Frieden” – der letzte Wunsch der sterbenden Mutter Turbin könnte kaum erschütternder enttäuscht werden. Die Schrecken des russischen Bürgerkriegs stellen den Familienzusammenhalt ihrer Kinder auf eine harte Zerreißprobe. Jelena muss nicht nur um ihren Ehemann, sondern auch um ihre Brüder Nikolka und Alexej bangen, die sich als Fahnenjunker und Militärarzt der Freiwilligenarmee anschließen. Im Kreuzfeuer der unermüdlichen Gefechte zwischen den Anhängern des untergegangenen Zarentums und den verhassten Bolschewiken, zwischen der weißen Garde und der roten Armee müssen die Geschwister sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen – auch, wenn sie damit die familiäre Eintracht, ihre persönlichen Prinzipien und sogar ihr Leben aufs Spiel setzen.Nach Meister und Margarita, Das hündische Herz und Die verfluchten Eier hat Alexander Nitzberg nun endlich auch Bulgakows großen Zeitroman ins Deutsche übertragen. Die weiße Garde besticht jedoch nicht durch das Skurrile, das Satirische, sondern überzeugt mit brutalem Realismus und radikal modernem Stil. Ein großes Sprachkunstwerk, das in Nitzbergs Übersetzung zu einem völlig neuen Erlebnis wird.“Nitzberg ist einem modernen Übersetzungsideal verpflichtet: da geht es nicht darum, den Text zu glätten, sondern authentisch zu bleiben und dem Autor gerecht zu werden.” ORF

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Im Keller mit Martin Prinz
Lesung aus und Gespräch über
„Die unsichtbaren Seiten“. Roman (Insel Verlag)

Eine Veranstaltung des Vereins ORLANDO – Kultur im Keller, gefördert durch die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7), die Bezirksvertretung Alsergrund und Wien Kultur

14. Juni 2018, 19:00 – 22:00 Uhr

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Ort: ORLANDO Literatur- & Kulturkeller

Ein kleiner Junge an einem Schulvormittag in der Pausenhalle. Er dreht sich im Kreis und sagt sich: Ich bin der König von Lilienfeld. Es ist das Jahr 1980, sieben Jahre ist er alt. Sein Großvater amtiert seit knapp dreißig Jahren als Bürgermeister. Der neue Roman von Martin Prinz beginnt in einer Welt, in der an manchen Hausfassaden noch Einschusslöcher aus dem Weltkrieg klaffen, setzt ein mit dem Blick eines Buben, der das Wort Politik lange kannte, bevor er es verstand. Hier treffen nächtliche Parallelwelten des Lesens auf Vorstellungen von radioaktiven Wolken oder jenen des Eisernen Vorhangs. In rasanter Engführung wechseln Jetztzeit-Passagen des heutigen Schriftstellers mit dem Aufwachsen eines Kindes in Österreich und Umgebung. Wie lässt sich das unauflösliche Ineinander von Politik und Familie, von realen Ereignissen und ihrer Erzählung in Balance halten? Wie der Blick eines Schriftstellers mit dem eines früheren Königs von Lilienfeld? Im Haus der Großeltern entdeckt der Schriftsteller Bilder aus dem Jahr 1995: Aufnahmen, in denen es keine Motive mehr gibt. Stattdessen das Festhalten alltäglicher, zufälliger Perspektiven. Die letzten Fotografien des demenzkranken Großvaters. Damit ist der Weg des Erzählens vorgegeben.
Die unsichtbaren Seiten: Ein Heimatroman als Entwicklungsromans eines Schriftstellers.

Martin Prinz, geboren 1973, aufgewachsen in Lilienfeld (Niederösterreich), studierte Theaterwissenschaft und Germanistik und lebt als Schriftsteller in Wien.

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Im Keller mit Gesche Heumann
Lesung und Gespräch aus „Lilo Palfys Beitrag zur Kunst“ (Lilienfeld Verlag)

Eine Veranstaltung des Vereins ORLANDO – Kultur im Keller, gefördert durch die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7), die Bezirksvertretung Alsergrund und Wien Kultur

6. Juni 2018, 19:00 – 22:00 Uhr

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Ort: ORLANDO Literatur- & Kulturkeller

Lilo Palfy lebt in der für sie schönsten Stadt der Welt – nämlich Wien – in einer eleganten Villa, in der lästige farbliche Umgestaltungen vorgenommen werden sollen, und sie ist eine ungewöhnliche, in der Gesellschaft nicht unbekannte Frau. Männer fühlen sich unwiderstehlich gedrängt, ihr die Hand zu küssen, und ihre neunjährige Tochter Sassy hält sie für die glamouröseste Mutter der Welt und den falschen Mann für den richtigen Vater. Lilos Geschiedener, ein international erfolgreicher plastischer Chirurg, hört nicht auf, sich reichlich intensiv um alles zu kümmern, und ihr überraschend zurückgekehrter Liebhaber will den Blick der Welt auf die Kunst revolutionieren und verstrickt sie in seine mitreißenden kunstterroristischen Pläne, die schließlich die seltsamsten Auswirkungen in Europa haben werden. Das klingt nach Chaos, Luxus, Österreich, nach Schönheit, Sex, Familienfragen, nach Kunstszene, wahrer Kunst und Sehnsucht – und genau darum dreht sich auch alles in diesem einen Wiener Sommer.

Gesche Heumann, 1974 in Köln geboren, studierte Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf und beendete 2000 ihr Studium mit dem Meisterschülerbrief von Markus Lüpertz. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert. Seit 2005 lebt sie in Wien, wo sie 2013 in einem Nebenjob Artikel aus dem Wirtschaftsressort verschiedener Tageszeitungen für Pressespiegel in drei Sätzen zusammenfassen musste. Die Arbeitszeit zwischen 4 und 9 Uhr morgens torpedierte ihre Tätigkeit als freie Malerin, aber das damals aktuelle Thema zu hoher Managergehälter reizte sie dazu, sich ein materiell unbelastetes Leben auszudenken, und sie begann, den Roman über die glamouröse Kunstsammlerin Lilo Palfy zu schreiben, der zugleich versucht, auf zärtlich-ironische Weise der Sehnsucht nach Malerei und ihrer Wirkungsmacht ein Denkmal zu setzen. „Lilo Palfys Beitrag zur Kunst“ ist ihr Romandebüt.

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Im Keller mit Milena Michiko Flašar
Lesung aus und Gespräch über:
Herr Kato spielt Familie. Roman (Wagenbach Verlag)

23. März 2018, 19:00 – 22:00 Uhr

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Ort: ORLANDO Literatur- & Kulturkeller

Eine Veranstaltung des Vereins ORLANDO – Kultur im Keller, gefördert durch die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7), die Bezirksvertretung Alsergrund und Wien Kultur

Die Tage dehnen sich, und zugleich schnurrt die Zeit zusammen. Die Uhr läuft ab, dabei könnte es gerade erst losgehen. Ob ein kleiner weißer Spitz daran etwas ändern würde?
Den ehemaligen Kollegen hat er immer beneidet. Um den Ruhestand, das Motorrad und die neue Freiheit. Doch jetzt steht er selbst frisch verrentet auf den bemoosten Treppen vor seinem Haus und weiß nicht wohin. Eine Krawatte braucht er nicht mehr,
 zu Hause ist er im Weg, die Kinder sind längst ausgezogen. Ob die junge Frau, die er jüngst auf dem Friedhof getroffen hat, ihm nur etwas vormacht, vermag er nicht zu sagen. Er ist aus der Übung. Und dennoch nimmt er ihren Vorschlag an, lässt sich von ihrer Agentur „Happy family“ mal als Opa, mal als Exmann, dann wieder als Vorgesetzter engagieren und trifft auf fremde Menschen und Schicksale. Er spielt seine Rollen gut, und seine Frau bekommt von alledem nichts mit. Sie hat wieder angefangen zu tanzen …
Ein nachdenkliches Buch über Erinnerungen und unerfüllte Träume, über Glücksmomente und Wendepunkte. Milena Michiko Flasar zeichnet mit wenigen Strichen, beredten Bildern und unnachahmlicher Wärme ein ganz gewöhnliches, ganz einzigartiges Leben.

Milena Michiko Flašar: Herr Kato spielt Familie. Roman. Wagenbach Verlag. 176 Seiten gebunden.

ISBN 978-3-8031-3292-5

https://derstandard.at/2000073967257/Milena-Michiko-Flasar-Vom-Wunsch-die-Welt-gegen-die-Wand

Über die Autorin

Milena Michiko Flašar, geboren 1980 in St. Pölten, hat in Wien und Berlin Germanistik und Romanistik studiert. Sie ist die Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters. Ihr Roman Ich nannte ihn Krawatte wurde über 100.000 Mal verkauft, als Theaterstück am Maxim Gorki Theater uraufgeführt und mehrfach ausgezeichnet. Er stand unter anderem 2012 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Wien.

http://www.milenaflasar.com

Diese Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit Basis.Kultur.Wien und Kulturverein Alsergrund.

Der Eintritt ist frei.

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Im Keller mit Olga Flor:
Lesung aus und Gespräch über „Klartraum“

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11. November 2017, 19:00 – 22:00 Uhr

Ort: ORLANDO Literatur- & Kulturkeller

Eine Veranstaltung gefördert durch die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7), die Bezirksvertretung Alsergrund und Wien Kultur – in Kooperation mit Kulturverein Alsergrund und Basis.Kultur.Wien

Die Autorin liest aus ihrem neuen Roman »Klartraum« (Jung und Jung, Herbst 2017).

Es ist immer dasselbe mit der Liebe. Oder doch nicht? Ändert sie sich, weil die, die lieben, sich ändern? Und wie sieht eine Liebe heute aus? Wo ist unter gegenwärtigen Bedingungen ihr Platz? Zwischen Familie und Karriere, in einer Welt, die es nahelegt, überall den eigenen Vorteil zu suchen, zu erzwingen, das Maximum herauszuschlagen, den Nachteil der anderen in Kauf zu nehmen. Ist die Liebe in Zeiten umfassender Ökonomisierung mehr als eine Verhandlungssache, bei der der eine die andere (oder umgekehrt) immer über den Tisch zieht? So wie im Fall von P, der Protagonistin, und A – dem Allerliebsten, dem Antagonisten? –, die sich das kleine große Glück einer leidenschaftlichen Affäre gegenseitig abringen, als wäre es ein Kampf auf Leben und Tod.

Olga Flor: Schriftstellerin. Geboren 1968 in Wien, aufgewachsen in Wien, Köln und Graz. Sie studierte Physik und arbeitete im Multimedia-Bereich.

Seit 2004 freie Schriftstellerin. Romane, Kurzprosa, Essays, Theater – und Musiktheaterarbeiten. Publikationen in Tageszeitungen und Zeitschriften, z.B. Standard und Berliner Zeitung; aktuell auch für den writers’ blog des Literaturhauses Graz.

Mitglied der Jury für den Literaturpreis Wartholz 2016 und 2017.

Zahlreiche Preise und Stipendien, zuletzt: Anton-Wildgans-Preis 2012, Outstanding Artist Award 2012, Veza-Canetti-Preis 2014.

Romane: »Die Königin ist tot« (Zsolnay, 2012), »Ich in Gelb« (Jung und Jung 2015)

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Im Keller mit Angelika Reitzer und Milena Michiko Flasar:
Im Herzen der Demokratie. Wiederbelebung einer gefährlichen Idee (Brandstätte Verlag)
Hg. Jacqueline Brandstätter und Peter Wolf

21. September 2017, 19:00 – 22:00 Uhr

im herzen der demokratie

Ort: ORLANDO Literatur- & Kulturkeller

Aus gegebenem Anlass beschäftigen wir uns diesmal mit einer Thematik, deren Brisanz, Aktualität und gesellschaftlichen Dimensionen und Auswirkungen den Ruf nach einer fortwährenden Auseinandersetzung nicht verhallen lassen.

Milena Michiko Flasar und Angelika Reitzer lesen aus »Im Herzen der Demokratie. Wiederbelebung einer gefährdeten Idee« herausgegeben von Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf (Brandstätter Verlag).

Demokratie ist eine kostbare Errungenschaft. Im 21. Jahrhundert ist die Demokratie, die so stabil in unserer Gesellschaft verankert schien, zum gefährdeten Gut geworden.

In diesem Buch reflektieren acht Schriftstellerinnen über den Zustand unserer Demokratie: Vergangenes wird zutage gefördert, ­Gegenwärtiges benannt, Zukünftiges entworfen. Wenn Christine Nöstlinger vor der Wiederkehr faschistischer Strukturen warnt, Paulus Hochgatterer ein Flüchtlingskind im Auffanglager Krumpendorf singen lässt und Juli Zeh von einem Ende der Käpt’n-Ego-Mentalität träumt, wird deutlich, dass Demokratie das Handeln eines jeden Einzelnen braucht. Im Herzen der Demokratie war eine freundliche Übernahme des österreichischen Parlaments durch das bekannte Regie-Duo wenn es soweit ist: 15.000 Menschen sahen die Performances in den Räumen eines offenen Parlaments, deren Herzstück literarische Texte waren.

Eine Veranstaltung gefördert durch die Bezirksvertretung Alsergrund & Wien Kultur / die Kulturabteilung der Stadt Wien

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Im Keller mit Judith Nika Pfeifer – Lesung und Gespräch

10. Mai 2017 – 19:00 – 22:00 Uhr

Ort: ORLANDO Literatur- & Kulturkeller

Im Keller mit Judith Nika Pfeifer – Lesung und Gespräch mit Evelyn Bubich
Eine Veranstaltung des Kulturvereins ORLANDO Kultur im Keller

Die österreichische Autorin liest aus Violante. 

Rom, Mitte des 16. Jahrhunderts, Violante, Herzogin von Paliano, wird von ihrem Bruder erdrosselt, während der Herzog Violantes vermeintlichen Liebhaber ersticht. Überliefert ist diese wahre Begebenheit von Stendhal, nun beleuchtet Judith Nika Pfeifer die Geschehnisse in der Gegenwart.

Aus den verschiedenen Perspektiven liest sich die Vor- und Nachgeschichte dieser spektakulären Morde wie die szenische Mischung einer Fernseh-Soap und einem Quentin-Tarantino-Film. Durch geschicktes Komponieren und Montieren verschiedener Ebenen, Quellen und Stilrichtungen entsteht eine höchst spannende Erzählung über sogenannte Ehrenmorde und die Verflechtungen von Geld, Macht und Liebe – als elementare menschliche Triebfedern.

Von Stendhals Übertragung ausgehend arrangiert die Autorin die Ereignisse neu und rückt die vermeintlich passive Protagonistin in den Vordergrund. Pfeifer transferiert diese in die Jetztzeit, verleiht ihrer Position durch Stimmen unserer Zeit Ausdruck und rückt damit ins Sichtbare, was die damaligen Akteure versucht hatten zu verdunkeln, indem sie Gerichtsakten verschwinden ließen. Dies sollte ihnen jedoch nicht vollständig gelungen sein …

„Ich sage nicht, dass sie nicht tot ist, ich sage nicht, dass es nicht schrecklich ist, dass sie ermordet wurde. Ich sage nur, dass es nichts helfen würde, da was anzuleiern. Einen toten, rehabilitierten Mörder ent-rehabilitieren. Ich sage nicht, dass es unmöglich ist. Eher äußerst unwahrscheinlich. Und wer weiß, was damals alles dahintersteckte. Der Kontext, wissen Sie, das ewige Raumzeitproblem.“

 Try as you might, you can never break free from your past. (Christoph Waltz)

Violante erscheint als Erzählung Ende April 2017 im Czernin Verlag.

Judith Nika Pfeifer, geboren 1975, aufgewachsen in Wien und Oberösterreich; Studium der Politik- und Kommunikationswissenschaft; schreibt Lyrik, Prosa und szenische Texte; Musik- und transmediale Kunstprojekte in Österreich und im Ausland (Edinburgh, New York, Montreal); zahlreiche Publikationen – nichts ist wichtiger. ding kleines du. Gedichte. (Mitter Verlag, 2012), zwischen. Prosa. (Czernin, 2014), manchmal passiert auch minutenlang gar nichts. (Berger, 2015) – und Veröffentlichungen in Anthologien – Das Sisi Projekt (München 2012), weil du die welt bist(edition keiper lyrik, 2011), und an den häusern hängen engel (Leipzig 2010) und Zeitschriften wie Literatur und Kritik, Podium und kolik; zahlreiche Preise und Literaturstipendien; lebt in Wien und Berlin.
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Im Keller mit Andrea Stift-Laube – Lesung und Gespräch

stift-laube_zusammen© Detailsinn Fotowerkstatt 


Im Keller mit Andrea Stift-Laube – Lesung – Im Gespräch mit Evelyn Bubich

Eine Veranstaltung des Vereins ORLANDO Kultur im Keller

In ihrem neuen Roman „Die Stierin“ dringt die Grazer Autorin in ebenso gewaltige wie gehaltvolle Sphären der Menschlichkeit vor: Macht, Rache, Liebe sowie das Recht auf Selbstbestimmung verknüpft zu einer Seelenlandschaft, in der der ein oder andere Berg versetzt wird…

„Zu Hause setze ich mich nun immer öfter mit einem Glas Wasser in der Hand ans Fenster und warte, bis der Berg weiterrückt. Oft kommt er erst näher, wenn ich ihn nicht dabei beobachten kann. Er kommt langsam, aber er kommt. Mein Erschrecken hat sich zu Erstaunen entwickelt und später in Erwartung verwandelt. Ich warte und staune und wundere mich. Es muss etwas bedeuten, dass der Berg gerade in meine Richtung wandert.“

Darin webt die Autorin einen alten irischen Mythos zu einer makabren Geschichte um Macht und Gerechtigkeit. So düster ihre Figuren auch sein mögen, sie sind auf eigentümliche Weise vertraut und zutiefst sympathisch.

Ich nehme den Käse und lege ihn auf eine der breiten, marmornen Arbeitsflächen. Ich werfe der Kundin einen fragenden Blick zu, ich forme um ihr Einverständnis heischende Gesten und lächle dazu. Ich schneide den Käse mit dem Käsemesser. Ich verpacke ihn und lasse ihn bezahlen. Ich fertige den Käse ab. So geht es immer von vorne. Der befriedigendste Moment während dieses Vorgangs ist der, in dem mein Käsemesser durch den Käse gleitet.“

ANDREA STIFT-LAUBE

geboren 1976 in der Südsteiermark, lebt in Graz. Studium der Germanistik und Sprachwissenschaft. Sie ist Schriftstellerin und Publizistin, war von 2009 bis 2012 Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift manuskripte und ist seit 2016 Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift LICHTUNGEN. Neben Buchpublikationen schreibt sie für zahlreiche Tageszeitungen, Literaturzeitschriften und in Anthologien. Diverse Stipendien und Preise, u.a. manuskripte-Literaturförderungspreis 2005, Literaturförderungspreis der Stadt Graz 2006, Theodor-Körner-Preis 2012, Rotahorn Literaturpreis 2013.

Herzlichen Dank an die Autorin, den Verlag Kremayr&Scheriau sowie an die Bezirksvorstehung Alsergrund, die MA7 und an alle Gäste für einen wunderbaren Lesungsabend!

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Im Keller mit Sophie Reyer – Lesung, Filmvorführung und Gespräch


Im Keller mit Sophie Reyer – Lesung und Filmvorführung – Im Gespräch mit Evelyn Bubich
Eine Veranstaltung des Vereins ORLANDO Kultur im Keller, gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien

Sophie Reyer wagt philosophisch-literarische Blicke – bei ihrer Lesung im Rahmen von Kultur im Keller erzählte sie von wundersamen Wesen und deren Wünschen und Träumen. Wir lauschten Auszügen aus dem Roman Der kleine Mann aus Salz, dem Gedichtband :nachkommen nacktkommen und der Kurzgeschichtensammlung Krieg der Kröten – poetische Liebeserklärungen an die Freundschaft!

„Warum leben Schildkröten eigentlich so lange?“, frage ich Merlin, als ich zum Flur hinaus krieche. „Weil sie sich Zeit nehmen“, antwortet er und öffnet die Türe.

Reyer schreibt in allen literarischen Gattungen und mit großer stilistischer Bandbreite. Ihr künstlerisches Schaffen ist beeindruckend vielfältig – im Rahmen der Kultur im Keller-Veranstaltung begeisterte sie das Publikum auch mit ihrem Kurzfilm dizzy’s pub.

SOPHIE REYER

geboren 1984 in Wien. Seit 2009 Redaktionstätigkeit für die Grazer Literaturzeitschrift “Lichtungen” sowie Leitung der JugendLiteraturwerkstattGraz für 14 bis 19jährige im Literaturhaus Graz. “Master of Arts” in Komposition/ Musiktheater 2010 sowie Diplom in “Szenisch Schreiben” bei uniT 2010. Teilnahme am Stück- für- Stücke- Lehrgang am Schauspielhaus Wien 2010. Seit 2011 Studium Drehbuch und Filmregie an der Kunsthochschule für Film und Medien in Köln. Lehrauftrag zum Thema “Performanz und Biomacht” auf der Theater- Film- und Medienwissenschaft Wien. Zahlreiche Literatur- und Theaterarbeiten.

Herzlichen Dank an die Autorin, die Verlage edition keiper (Graz), hochroth (Wien) und Literatur-Quickie (Hamburg) sowie an die Kulturabteilung der Stadt Wien und alle Anwesenden für einen wunderbaren Abend!

>> Fotos der Veranstaltung <<

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Im Keller mit Iris Blauensteiner – Lesung und Gespräch

Im Keller mit Iris Blauensteiner – Lesung – Im Gespräch mit Carina Tiefenbacher
Eine Veranstaltung des Vereins ORLANDO Kultur im Keller, gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien

„Eine Erinnerung, die verschwimmt, ein Mensch, der immer dünner wird – das ist, was Moni täglich mit ansehen muss. Sie pflegt ihre demenzkranke Mutter so gut es geht, doch die nimmt ihr die Luft zum Atmen. In einem Wechselspiel aus Distanzierung und Annäherung versucht Moni die Vergangenheit zu rekonstruieren, um die Lücken ihrer eigenen Geschichte zu füllen und sich allmählich zu lösen.
In stillen Szenen und poetischen Bildern schafft Iris Blauensteiner Atmosphären, in denen die Figuren nahbar werden. Dazwischen liegen das Unausgesprochene und die Unsicherheit darüber, was Erinnerung und Identität sind“, verrät der Klappentext.

Kopfzecke ist ein berührender Roman über einen der schwierigsten und schmerzvollsten Abschnitte im Leben einer Tochter.

„Sie sitzt vor mir hinter einer Wand, ungreifbar. Ein Gegenwartsphantom, das wartet, die Zeit fließt langsam durch sie hindurch.“

IRIS BLAUENSTEINER

geboren 1986 in Wien. Filmemacherin und Autorin. Diplom der Bildenden Kunst und der Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien. Etliche Preise und Stipendien, u.a.: Start-Stipendium für Filmkunst des BKA 2014, Award für „Beste Österreichische Nachwuchsfilmerin“ bei VIS 2014 für den Kurzfilm Schwitzen, DramatikerInnenstipendium des BMUKK 2013 und Nominierung zum Retzhofer Dramapreis, Finalistin beim Literaturwettbewerb Wartholz 2012.

Wir danken der Autorin, dem Verlag Kremayr-Scheriau, der Kulturabteilung der Stadt Wien und allen Gästen für einen großartigen Abend!